Der wilde Kerbel
kennt ihr schon das Eselspeterlein, das Windroslein oder die Krabelle? Alle drei sind eins, euch vielleicht besser bekannt als das Kräutlein Kerbel. Eng verwandt mit Möhre und Anis vereint er ihre Aromen zu einer feinen ganz eigenen Note. Schaut mal genau hin bei eurem nächsten Spaziergang an den Havelwiesen. Wenn ihr den wilden Kerbel einmal erkannt habt, werdet ihr ihn immer wieder entdecken.

Das Postelein 
oder Winterportulak firmiert vielleicht bekanntererweise als Tellerkraut. Reich an Vitaminen und Mineralien genießt es sich frisch wie Feldsalat oder gekocht wie Spinat.

Ist es gar das Hirtentäschel, das dem Zwerg Nase zu seinem Kocherfolg fehlt? Magentröstende Wirkung hat es jedenfalls schon mal.. Es wird auch Himmelsmutterkorn, Herzkraut, Bauernsenf oder Gänsekresse genannt, und in der Tat ist das schöne Hirtentäschel als Kreuzblütler mit den Senfpflanzen und der Kresse verwandt, aber auch mit den Rettichen und dem Kohl. Das Kräutlein, das seinen Namen von seinen taschen- oder herzförmigen Schoten hat, ist im Mai in voller Blüte. Genießt seinen pikanten, rettichartigen Geschmack im Salat oder verwendet die Samen und Früchte wie Pfeffer. Auch als Heilpflanze hat es sich einen Namen gemacht und wirkt blutstillend, ausgleichend auf den Blutdruck und verdauungsfördernd.

Der Giersch
Er ist nicht euer Feind, gebt ihm eine Chance! Auch wenn man schon mal neidisch werden könnte auf seine Wuchsfreudigkeit, die ihn sogar in Sibirien gedeihen lässt.
Geschmacklich ein frischer, sanfterer Verwandter von Möhre, Petersilie und Sellerie, bereichert er Salate, Smoothies oder Pesti mit wertvollen Vitaminen, Mineralien und Eiweißen.
In seiner Heilwirkung ist er schier unerschöpflich. Er wirkt fördernd auf den Säure-Basen-Haushalt, den Stoffwechsel, die Entgiftung und Regeneration des Körpers.

Die Schafgarbe
Nicht umsonst hat sie den wissenschaftlichen Namen Achillea bekommen: Achilles, an seiner einzigen verletzlichen Stelle, der Ferse, vom Pfeil des Paris verwundet, soll durch die Kraft der Schafgarbe geheilt worden sein. Ihre zusammenziehenden Gerbstoffe und entzündungshemmenden ätherischen Öle haben ihr den Namen Blutkraut eingebracht. Neben der Wundheilung hat sie auch eine ausgleichende Wirkung auf Menstruation und Blutdruck.
Im Frühling zeigt sie ihre zarten Fächer, ab Juni steht sie in voller Blüte. Traditionell wird sie in Tropfen und Salben verwendet, Schafgarben-Tee ist für seine lindernde Wirkung bei Kopfschmerzen bekannt.  
Frisch genossen, ist sie etwa als kleiner bitterer Akzent im Sommersalat zu empfehlen.

Der Sauerampfer
Jedes Landkind kennt die kleine Wiesen-Erfrischung, den Sauerampfer! Mit seiner säuerlichen Frische macht er sich gut im Sommersalat, in Kräuterbutter, als Suppe, und ist unverzichtbare Zutat der Frankfurter grünen Soße.
Mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen und Antioxidantien wirkt er immunstärkend und entzündungshemmend.

Der Spitzwegerich
Im Volksmund auch Spießkraut oder Schlangenzunge genannt, ist der Spitzwegerich bestens für seine kühlende und schmerzlindernde Wirkung bei Insektenstichen bekannt. Doch er wird  auch als Tee in der Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt, da er einen schützenden Film über gereizte Schleimhäute legen kann, Schließlich gilt er sogar als natürliches Antibiotikum.
Als eine der widerstandsfähigsten heimischen Wildpflanzen hat der Spitzwegerich mit die letzten grünen Blätter vor dem Schnee.
Ab Juni steht er in der Blüte. Für den frischen Genuss sind vor allem die Blütenknospen des Spitzwegerichs interessant, die ein nussiges, champignonartiges Aroma besitzen. 

Der Löwenzahn
Woher er seinen Namen hat, das ist im Falle des Löwenzahns
so offensichtlich wie selten. Und auch gefährlich ist er, aber nur wegen der hartnäckigen Flecken, die seine Milch auf der Kleidung hinterlässt. Sonst hat sie entzündungshemmende Wirkung und verschafft wie der Saft des Spitzwegerichs Linderung bei Insektenstichen.
Wer hat den Löwenzahn nicht schon im ersten Frühling aus einer Mauerritze wachsen sehen? So ausdauernd und genügsam er ist, birgt er dennoch schöne Heilkräfte: mit seiner hohen Konzentration an Bitterstoffen wirkt er entgiftend, leberstärkend und verdauungsfördernd.  
Wenn in armen Zeiten keine Zichorie da war, gewann man aus seiner gerösteten Wurzel Kaffee. Frisch genossen machen sich die jungen Blätter wie die Schafgarbe gut als kleiner bitterer Akzent im Sommersalat. 

Die Brennnessel
Wer hat sie als Kind nicht gefürchtet und mehr als einmal bang gewartet, bis das grässliche Kribbeln aufhört. Mit Bedacht gepflückt, eröffnet uns das zarte Pflänzchen dagegen ungeahnt freundliche Kräfte. Kräuter-Guru Wolf-Dieter Storl nennt sie eine der mächtigsten Heilpflanzen der Natur. Ihre entgiftende, blutreinigende Wirkung entfaltet die Brennnessel etwa als Tee.
Die jungen Blätter sind ein vitaminreiches Gemüse, und die reifen Samen mit ihrem nussigen Geschmack gelten ähnlich wie Ginseng als Fruchtbarkeits-Elixier.
Nicht zuletzt düngt fermentierte Brennnessel den Boden und ist ein wirksames Mittel gegen Blattläuse.